Anstelle einer direkten Ansprache in diesen schwierigen Zeiten ein Einblick in den E-Mailwechsel unter den Meistern:
 

Ihr lieben Meister,
obwohl sich große Teile unserer noch lebendigen Umgebung in Selbstzerfleischung üben (wobei 86 Cent vom Milchmädchen umgerechnet in DM und dann in Ostmark auf dem Schwarzmarkt schon meiner halben letzten Monatsmiete entsprechen würden und damit ein echter Aufreger wären), ist ein optimistischer Blick voraus nicht verkehrt und erleichtert die Orientierung. Wenn auch nichts klar ist, haben wir doch so viel Sicherheit, dass uns die Umstände gestatten, mit entsprechendem zeitlichen Vorlauf an Ideen zu basteln, die in an quere Gedanken anknüpfen (mit Irren kenne ich mich aus) und neue Songs für welchen Anlass auch immer entstehen lassen. Das Uta-Thema wird notgedrungen das Zug- und Reitpferd bleiben und Matthias wird Dank seines Notabiturs (Doktortitel für nicht Eingeweihte) auch brennende Fragen aus der Schrittgegend in geistige Sphären transportieren können. Gab es nun Partnertausch im Stifterklub oder nicht? Ist der Naumburger Stollen nur ein Eingang zum Kinderbergwerk und erklärt sich dadurch die signifikante Überalterung unserer Stadt (Sorry Ralph)? Gibt es Wanderwege auf dem Naumburger Kamm oder muss ich immer, gottverdammich, ins Erzgebirge? Müsste es nicht heißen "Das Freyburger Sektkeller-Ei" und verbirgt sich dahinter vielleicht das Gegenstück vom ollen Adolf? Darf auch ein Mensch mit Sehbehinderung den Taubenmarkt besuchen? Zum Problem Töpfermarkt habe ich schon eine Idee und zeilenweise kumulieren auch mal Gedanken, wartet ab, ich könnte jetzt schon lachen.
Ich lasse Euch jetzt etwas ratlos zurück, schönes Wochenende und so, Gruß Jörg.
 
Unser nächster Auftritt wird am zweiten Mittwoch im April im Café Zille sein (so man uns lässt), Arbeitstitel: Mit Uta an das Ende der Welt.
Unser Bühnenprogramm "Uta frisch gelasert" wird erst wieder im März 2022 zu dem Uta-Treffen aufgeführt werden. Mehr wissen wir im Moment nicht in die Zukunft zu schauen.
Bleiben Sie gesund und bleiben Sie uns treu.
 
Ihre Naumburger Meister
 
 

     Raue Nacht
 

Das bekannte Hussiten Lied hat einen neuen Text bekommen. Eingeborene wissen es, Zugereiste oft nicht: Die Hussiten lagen nie vor Naumburg und so feiern sich die Naumburger jedes Jahr mit einer Lüge. Die neue Textversion eines alten Klassikers war deshalb lange überfällig und es bleibt ab zu warten, wann sich beide Liedtexte mischen werden.

Das Hussiten-Kirschfest-Lied
Copyright by: Die Naumburger Meister & Thomas Adam
 

Die Hussiten zogen vor Naumburg
Über Jena her und Camburg;
|: So fängt jenes Märchen an
das der Georg Rauh ersann
1782 (siebzehn zweiundachzig) :|
 
Sinn und Unsinn sich vermählen
Wenn die Leute sich erzählen
|: Wie das mit dem Prokop war
der, als er die Kinder sah
Kirschen tat verschenken :|
 
Böhmen, Mähren und auch Polen
Konnten die Hussiten holen,
|: Die gab´s wirklich überall
nur nicht hier im Saaletal
Und auch nie vor Naumburg :|
    Doch der Schwindel füllt die Kassen
Und verkaufte sich in Massen
|: Einer hat sich´s ausgedacht
alle haben mitgemacht
Um zu profitieren :|
 
Und das einzige Mirakel
Ist alljährlich ein Spektakel
|: Auf der ganzen Vogelwies
Bier in Mengen, Sau am Spieß
So als wird¹s verboten :|
 
Wenn dann Bier und Wodka fließen
Müsst Ihr für die Lüge büßen
|: Heute lockt man mit Tam Tam
Schlimm´res als Hussiten an
Alle Jahre wieder :|